Investmentfonds

Risikostreuung durch Fondsanlage

In Zeiten lang anhaltend niedriger Sparzinsen rücken Investmentfonds wieder verstärkt in den Blickpunkt der Anleger. Das Angebot ist groß, viele Fonds eignen sich auch für Kleinanleger, die beispielsweise ihre vermögenswirksamen Leistungen in Investmentfonds einzahlen. Manche Fonds sind für Investoren gedacht, die bei der Geldanlage bewusst Risiken eingehen und Verluste verschmerzen können. Andere Angebote richten sich an vorsichtige Anleger, die auf Nummer Sicher gehen möchten und dafür auf Rendite verzichten.

Offene und geschlossene Fonds

Die meisten Publikumsfonds sind als offene Fonds konzipiert. Das bedeutet, dass man Anteile in der Regel jederzeit kaufen und verkaufen kann. Anteile offener Investmentfonds sind an der Börse und auch im außerbörslichen Markt frei handelbar. Die Konstruktion der Fonds muss darauf Rücksicht nehmen und genügend Liquidität vorhalten. Investiert wird meist in Aktien, Renten und andere Wertpapiere, die entsprechend der Entwicklung des Fondskapitals nachgekauft oder abgestoßen werden können. Geschlossene Fonds haben dagegen meist ein einzelnes oder wenige definierte Objekte zum Gegenstand, ein Einkaufszentrum oder Bürohaus für Immobilienfonds, ein Containerschiff oder eine Flotte von Lokomotiven, die an Eisenbahnverkehrsunternehmen vermietet werden. Ist das benötigte Kapital gezeichnet, wird der Fonds geschlossen. Beteiligungen an geschlossenen Fonds sind nur in sehr begrenztem Maß über einen Zweitmarkt handelbar.

Während sich geschlossene Fonds nur für vermögende Anleger eignen, die sich an mehreren Objekten beteiligen und so für einen Risikoausgleich sorgen, richten sich die offenen Investmentfonds mit ihrem Angebot an Menschen, die auch bei kleinem Kapitaleinsatz eine Mischung und Streuung des Risikos erreichen möchten. Der Kauf einzelner Aktien, Schuldverschreibungen oder ähnlicher Wertpapiere ist für sie nicht empfehlenswert. Die Kapitalanlage in Einzelwerten bedeutet viel zu große Ausschläge in der Wertentwicklung. Natürlich besteht die Chance auf hohe Gewinne, aber gleichzeitig drohen auch immense Verluste. Und der beste Zeitpunkt für Kauf oder Verkauf lässt sich selbst von Experten kaum vorhersagen.

Investmentfonds nach Risikoklasse auswählen

Fonds werden je nach Risikobereitschaft des Anlegers in vier Risikoklassen eingeteilt. In die Risikoklasse I gehören alle Fonds für sicherheitsorientierte Sparer. Angeboten werden Fonds mit Rentenpapieren, also solche mit fester Verzinsung, wenn sie eine kurze Restlaufzeit haben. Auch Geldmarktfonds sind in dieser Klasse zu finden. Ihnen allen gemeinsam sind nur sehr geringe Kursschwankungen, die sich mittel- oder langfristig ausgleichen. Die Risikoklasse II richtet sich an sogenannte konservative Anleger. Gemeint sind Sparer, die für eine höhere Rendite ein überschaubares Risiko von Kursschwankungen in Kauf nehmen. Rentenfonds mit Papieren längerer Laufzeit gehören hierher, ebenso Fonds mit festverzinslichen Wertpapieren in ausländischer Währung, die also einem Wechselkursrisiko unterliegen. Eine geringe Beimischung von Aktien ist möglich.

Die Risikoklassen III und IV sind für gewinnorientierte und spekulative Anleger. Ertragschancen werden durch Aktien in Fremdwährung, in einzelnen Ländern oder Branchen gesucht. Wer in einen Investmentfonds der Klassen III oder IV investiert, sollte auf das Geld eine Zeit lang verzichten können und Phasen niedriger Kurse durchstehen. Ein Notverkauf zum ungünstigen Zeitpunkt bedeutet Verluste.

Eine besondere Stellung nehmen die Garantiefonds ein. Sie garantieren den Erhalt des eingezahlten Kapitals, manchmal sogar eines erreichten Höchststands. Das klingt komfortabel, aber Garantien kosten Geld und damit Rendite.

Kostenstruktur beachten

Für die meisten Fondsanteile wird ein Ausgabeaufschlag erhoben, auch Agio genannt. Der Unterschied zwischen dem Kauf- und dem Verkaufspreis kann durchaus 5 % oder mehr betragen. Das Agio ist eine wichtige Einnahmequelle für die Fondsgesellschaft und dient der Finanzierung des Vertriebs. Viele Direktbanken oder Online-Broker bieten ausgewählte Fonds ohne Ausgabeaufschlag an. Hier lässt sich viel Geld sparen. Neben dem Ausgabeaufschlag sind auch mögliche Depotgebühren der Bank zu beachten. Besonders wichtig ist die Total Expense Ratio, abgekürzt TER. Dies ist die Gesamtkostenquote, also die Kosten des Fondsmanagements im Verhältnis zum Fondsvolumen. Günstige Aktienfonds kommen hier auf 1 %, gemanagte Fonds haben aber bis zu 2,5 % Kosten, die von der Rendite abgehen. Renten- und Geldmarktfonds sollten unter 1 % TER liegen.

Für das regelmäßige Sparen mit einem Fondssparplan wird ein monatlich gleichbleibender Sparbetrag empfohlen. Der Vorteil ist, dass bei hohem Preis nur wenige Anteile erworben werden, bei niedrigem Preis dagegen entsprechend mehr. Dieser sogenannte cost average effect oder auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt bedeutet entgegen landläufiger Meinung keinen höheren Gewinn als eine Einmalanlage, vermindert aber hohe Wertschwankungen.