Garantiefonds

Garantiefonds sind eine Geldanlage mit Airbag

Anleger, die nicht in Aktien oder Anleihen investieren wollen und sich auch vor Aktien- und Rentenfonds scheuen, können auf Garantiefonds setzen. Diese Fonds bieten den Sparern eine Garantie, dass sie den Einstiegskurs minus Ausgabeaufschlag zurückbekommen. Der Preis für den Werterhalt ist allerdings unter anderem eine magere Rendite.

Wie Garantiefonds funktionieren

Die meisten Angebote sind von der Anlage her als Mischfond konzipiert. Das bedeutet, sie dürfen das Geld ihrer Anleger in Aktien, in festverzinsliche Wertpapiere, andere Fonds und verschiedene Zinspapiere anlegen. Bei der Gewichtung der unterschiedlichen Anlageklassen sind sie sehr variabel. In manchen Fällen aber liegt die Aktienquote im betreffenden Fonds praktisch nah bei null. Das mindert das Risiko noch einmal zusätzlich. In der Regel sind die Fonds so abgesichert, dass sich die Kurse, für den Fall dass sie steigen oder fallen, zum großen Teil gegeneinander aufheben. Baut der Fonds zum Beispiel einen Index nach und legt dabei in Dax-Werte an, setzt der Fondsmanager mit seiner Strategie gleichzeitig darauf, dass die Kurse des Index sinken. Das Verhältnis von steigenden Kursen, Long, und fallenden Kursen, Short, ist so ausgeglichen, dass beim abzusichernden Kursrutsch im Index die Gewinne der Short-Position die Verluste im Long ausgleichen. In der Zeit großer und lang anhaltender Kursschwankungen setzt der Fondsmanager darüber hinaus auch zum überwiegenden Teil auf Staatsanleihen und Pfandbriefe, die über eine sehr gute Bonität verfügen. Das bringt allerdings mit sich, dass sich über viele Monate der Kurs des betreffenden Fonds kaum verändert. Damit ist das Vehikel neutral und so sehr sicher vor Einbußen.

Zwei Arten von Fonds mit Garantier gibt es. Modelle mit einer festen Laufzeit bieten ihre Garantie bezogen auf einen bestimmten Fälligkeitstag. Dabei ist der erste Wert eines Anteils an diesem Fonds auch der Maßstab dafür, was der Anleger als Garantiewert zurückbekommt. Für Anleger, die später einsteigen und dabei Anteile zu einem höheren Wert kaufen, weil der Fonds im Wert gestiegen ist, birgt das ein Verlustrisiko. Denn rutschen die Kurse für den Garantiefonds in der Zukunft unter den Wert, zu dem der spätere Anleger eingestiegen ist, bekommt er trotzdem nur den Wert vom ersten Ausgabetag. Eine zweite Variante sind geschlossene Garantiefonds. Sie können nur für einen kurzen Zeitraum gekauft werden, laufen dann aber zwischen acht und zehn Jahre. Anleger in diesen Fonds können ihre Anteile vor dem festgelegten Termin zurückzugeben. Allerdings gilt die Garantie erst am Ende der vereinbarten Laufzeit.

Teures Investment

Damit die vom Fondsmanagement versprochene Garantie auch eingehalten werden kann, kann das von den Anlegern eingezahlte Geld auch gar nicht vor dem Ende der Laufzeit ausgezahlt werden. Damit bezahlen die Sparer die garantierte Sicherheit mit einer sehr stark eingeschränkten Flexibilität. Sein Geld sollte man somit nur dann in den Fonds investieren, wenn man es während der vereinbarten Anlagezeit nicht braucht. Die Garantie für das eingesetzte Kapital geht aber nicht nur auf Kosten von Rendite und Flexibilität. Garantiefonds sind auch teure Anlageprodukte. Denn zum Ausgabeaufschlag, der für die meisten Fonds üblich ist, also auch für Rentenfonds oder Aktienfonds, kommt noch eine Gebühr. Und die fällt jährlich und während der gesamten Laufzeit an.

Für wen sich Garantiefonds eignen

Die Investmentfonds mit eingebauter Garantie eignen sich in erster Linie für Anleger, die sich zunächst einmal vorsichtig an die Geldanlage herantasten wollen. Sie müssen aber wissen, dass sie die Erfahrungen am Ende mit einer mageren Rendite bezahlen. Empfohlen werden die Fonds von Experten meist in Phasen, in denen die Börse boomt und ein Ende des Booms und ein darauf folgender Absturz wahrscheinlicher sind als ein fortgesetzter Höhenflug. Weil die Fonds nur für einen vorher bestimmten Zeitraum aufgelegt werden, eignen sie sich darüber hinaus nicht für die Altersvorsorge. Auch als Fondssparplan sind sie nicht geeignet. Denn die Anteile sollten, damit die Idee von der Garantie für den Anleger auch funktioniert, nur einmal, nämlich zum ersten Ausgabetag, gekauft werden. Ein Fondssparplan dagegen kauft regelmäßig Anteile und ermöglicht es dem Anleger damit, sich über eine lange Zeit Kapital anzusparen.