Indexfonds

Mit Indexfonds erfolgreich die Aktien-Welt nachbauen

Mit Indexfonds können Anleger ihr Geld mit breiter Streuung in Aktien anlegen. Das Prinzip ist ganz einfach. Statt Aktien zu kaufen und damit eine mögliche hohe Rendite mit einem unkalkulierbaren Risiko zu bezahlen, werden Fondsanteile gekauft. Aktienfonds stecken das Geld der Anleger in viele verschiedene Aktien. Indexfonds gehen noch einen Schritt weiter.

Sie bilden einfach die Wertentwicklung von bestimmten Aktienindizes nach. Das kann zum Beispiel der Dax sein oder der S&P 500. Diese Indizes spiegeln selbst die Wertentwicklung der Aktien wider, die in ihnen enthalten sind. Beim Dax etwa sind das die Aktien von 30 Großunternehmen in Deutschland. Meist werden die Aktien-Indexfonds als ETFs offeriert. ETF steht als Abkürzung für den englischen Begriff Exchange Traded Funds. Zu deutsch heißt das börsengehandelte Fonds. Sie sind um einiges günstiger als herkömmliche Aktienfonds. Weil sie auch transparenter sind, eignen sie sich für den durchschnittlichen Anleger.

Passives Management

Indexfonds sind Investmentfonds, die passiv gemanagt werden. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass sich der Fondsmanager bei dem Fonds eher zurückhält. Ein Fondsmanagement für einen herkömmlichen Aktienfonds muss kontinuierlich die Investments überwachen. Dabei muss das Team von Fondsexperten ständig nach Alternativen suchen, falls sich bestimmte Aktien im Bestand nicht wie erwartet entwickeln oder sich am Aktienmarkt plötzlich gute Chancen auftun. Bei einem Fonds, der sich relativ starr an einem Index festhält, entfällt diese Aufgabe. Eingreifen muss der Fondsmanager nur, wenn sich der Index selbst verändert. Übrigens halten die Fonds den Index nicht ausnahmslos im Depot. Meist mischen sie noch die eine oder andere Aktie bei, die nicht im entsprechenden Index notiert. Oder sie setzen auf Derivate.

Dieses passive Management führt dazu, dass besonders Anhänger von klassischen Aktienfonds ihre Konkurrenz aus der Welt der Indizes ab und zu auch bemängeln. Was fehlt, ist die Möglichkeit, auch einmal in einer bestimmten Situation einschreiten zu können. Ein Fondsmanager kann nicht etwa eine deutlich unterbewerte und damit eventuell viel versprechende Aktie einfach mit in den Fonds aufnehmen und eine andere damit ersetzen. Denn dann stimmt die Quote der einzelnen Papiere in dem entsprechenden Index nicht mehr. Die Kritik, dass ein Fondsexperte nicht aktiv werden kann, ist aber Jammern auf hohem Niveau. Denn die Erfahrungen der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, das Fonds, die sich an Indizes orientieren, in ihrer Performance mindestens mit aktiv gemanagten Fonds mithalten können. Den Erfolg eines Indexfonds misst der so genannte Tracking Error. Als anerkannte Kennziffer weist er aus, wie der Abstand zwischen dem Indexfonds und dem Index wirklich ist. Fällt die Zahl klein aus, hat das Management des Fonds gut gearbeitet.

Günstige Kosten

Fonds mit Schwerpunkt Indizes bieten im Fondsvergleich neben einer anständigen Performance ihren Anlegern noch weitere Vorteile. Abgesehen von einem Ausgabeaufschlag beim Kauf von Anteile sind klassische Fonds noch mit weiteren Gebühren belastet. Deutlich bemerkbar macht sich zum Beispiel die so genannte Management Fee. Das ist das Honorar für die Fondsmanager. Weil es sich bei den ETFs um passiv gemanagte Fonds handelt, der Aufwand also weniger groß ist als bei herkömmlichen Aktienfonds, fallen diese Managementkosten wesentlich geringer aus. Ein zweiter Pluspunkt ist das Agio. Es fehlt bei den ETFs. Denn diese werden an der Börse gehandelt. Damit fallen Kosten wie die Maklercourtage oder die Courtage für das Kreditinstitut erst gar nicht an. Mit ETFs lässt sich also auch noch viel Geld sparen.

Tipps für Anfänger

Für weniger erfahrene Anleger, die mit einem Fondssparplan ihr Depot aufpeppen wollen, gibt es einfache Tipps. Wichtig ist zuerst, den passenden Index auszuwählen, an dem sich der Fonds orientieren soll. Die Entscheidung liegt beim Anleger selbst. Er muss schauen, welche Indizes sich in der Vergangenheit gut entwickelt haben. Traut er sich eine Prognose für die Zukunft nicht ohne Weiteres zu, kann er auf Fonds setzen, die dem MSCI World Index folgen. Das ist ein Index der die Wertentwicklung von etwa 1.600 Aktiengesellschaften großer Industrieländer erfasst. Schwächen und Stärken der verschiedenen Firmen in den Ländern gleichen sich aus. Dadurch schwanken der Index nicht so stark und auch nicht der Wert des Aktienfonds. Ist die Entscheidung gefallen, muss nur noch ein preiswerter Fonds ausgewählt werden. Wie hoch die Gebühren sind, erfährt der Anleger unter anderem bei seinem Kreditinstitut.