Holzfonds

Holzfonds - Investment mit Tradition und Zukunft

Holzfonds sind vor dem Hintergrund niedriger Sparzinsen sowie kriselnder Schiffsfonds und Immobilienfonds verstärkt in den Fokus der Anleger geraten. Dabei sind sie alles andere als eine neue Erfindung. Einen der bekanntesten Fonds, der in den nachwachsenden Rohstoff investiert, stammt aus dem Jahr 1954. Es gibt also langjährige Erfahrungen aus der Vergangenheit, die eine Abwägung von Chancen und Risiken dieser Anlage erlauben.

Offene Holzfonds investieren meist in Holzunternehmen

Hinter der allgemeinen Bezeichnung Holzfonds verbergen sich sehr unterschiedliche Anlageformen. Typisch sind zunächst offene Fonds, also Investmentfonds, deren Anteile man jederzeit kaufen und wieder verkaufen kann. Sie werden an der Börse und auch außerbörslich gehandelt. Offene Fonds investieren nicht in konkrete Projekte oder Wälder, sondern zum Beispiel in Aktien der Holzindustrie. Sie sind damit keine Rohstofffonds im eigentlichen Sinn. Ihre Wertentwicklung hängt also nicht allein von Holzpreisen ab, sondern von der wirtschaftlichen Situation der jeweils im Fonds vertretenen Unternehmen, und natürlich auch von allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die auf die Aktienkurse Einfluss nehmen.

Die Vorteile offener Fonds sind die Risikostreuung zwischen unterschiedlichen Unternehmen, Ländern und Währungen sowie die Möglichkeit, Anteile frei zu handeln. Liquiditätsengpässe kann man also durch einen Verkauf beseitigen. Bei den Kosten ist auf einen möglichen Ausgabeaufschlag zu achten, also auf den Unterschied zwischen dem Ausgabe- und dem Rücknahmepreis. Für eine kurzfristige Anlage sind Holzfonds ebenso wie die meisten anderen Investmentfonds also nicht geeignet. Außerdem gibt es laufende Kosten, zum Beispiel eine Vergütung für das Fondsmanagement. Diese wird meist als TER, Total Expense Ratio, angegeben. Für einen gemanagten Fonds sind rund 2 % normal, sogenannte Indexfonds sind deutlich günstiger, dafür aber eventuell auch nicht so ertragstark.

Geschlossene Fonds für konkrete Projekte

Geschlossene Fonds zeichnen sich dadurch aus, dass sie für eine begrenzte Zeit Kapital einsammeln und dieses Kapital in ein bestimmtes Projekt investieren. Ist das Kapital beisammen, wird der Fonds geschlossen, also die Zeichnungsphase beendet. Die Investition in einen geschlossenen Fonds ist ein unternehmerisches Risiko, oft in der Rechtsform einer Kommanditbeteiligung. Da es sich in der Regel um ein einziges Projekt handelt, gibt es keine Risikostreuung. Der Anleger zahlt einen üblicherweise recht hohen Betrag ein, da eine Mindestzeichnungssumme vorgesehen ist. Und diesen Betrag setzt er auf eine Karte, es droht das Risiko eines Totalverlustes. Ein geschlossener Holzfonds ist also eine hoch spekulative Beteiligung, die nur für vermögende Anleger empfehlenswert und keinesfalls als alleinige Altersvorsorge geeignet ist.

Auch geschlossene Fonds arbeiten mit Ausgabeaufschlägen und laufenden Kosten. Informieren Sie sich anhand des Prospekts vor allem über die Vertriebskosten. Werden zum Beispiel 15 % des Kapitals für Provisionen und Werbung ausgegeben, schmälert das die Renditeaussichten gewaltig. Geschlossene Fonds haben in der Regel sehr lange Anlagezeiträume, zehn Jahre oder mehr, und sind in dieser Zeit nur begrenzt über einen Zweitmarkt handelbar. Wer vorzeitig verkaufen muss, kann unter Umständen hohe Verluste realisieren.

Vorsicht bei überzogenen Versprechen

Holz- oder Waldfonds profitieren von steigenden Holzpreisen, die sich in den letzten zwanzig Jahren um durchschnittlich 15 % pro Jahr erhöht haben. Wesentliche Gründe dafür sind kleiner werdende Waldflächen, der Verbrauch von Bauholz in Schwellenländern und auch der Bedarf an Papier, das unter Verwendung von Holz hergestellt wird. Die Fonds haben in der Vergangenheit Renditen von 8 bis 12 % jährlich erreicht, traumhaft angesichts Sparbuchzinsen im Bereich von wenigen Zehntel Prozent. Allerdings ist die Entwicklung einzelner Anbaugebiete kaum sicher vorhersagbar. Neben der Nachfrage nach der konkret angebauten Holzsorte gibt es Unsicherheitsfaktoren wie Sturmeinwirkung, Waldbrand, Befall durch Ungeziefer oder eine instabile politische Situation im Anbauland.

Für die Anlage in Holzfonds spricht grundsätzlich eine geringe Korrelation mit anderen Entwicklungen an den Finanzmärkten. Sie dienen deshalb als Beimischung in einer Vermögensverwaltung der Risikostreuung. Anders ausgedrückt: stürzen Ihre Aktienfonds gerade ab, bleibt das Investment in Holz möglicherweise trotzdem stabil. Allerdings brauchen Sie unter Umständen einen langen Atem, um eine Talsohle beim Holzpreis durchzustehen. Und natürlich gilt die Unabhängigkeit von den Aktienmärkten nicht, wenn Sie nicht wirklich in Holz, sondern in Anteile an Unternehmen der Holzindustrie investiert haben.

Gehen Sie auch nicht davon aus, dass Sie mit einem Holzfonds in jedem Fall ein nachhaltiges Investment getätigt haben, mit dem Sie Ihr ökologisches Gewissen beruhigen können. Gerade Teile der Holzindustrie sind bekannt für rücksichtslosen Umgang mit der Natur und die Ausbeutung von Arbeitnehmern. Geht es Ihnen um eine grüne Geldanlage, wählen Sie einen Fonds, der seine Zeichnung nach ethischen und ökologischen Kriterien ausrichtet.