Etf vs Fonds

Fonds vs. Etf

Haben Sie sich durch die Berichterstattung über PRO ETF bereits vom Denken befreit? Eines der grössten Probleme ist: Sind Fonds oder ETFs besser für Investitionen geeignet? ETFs im Vergleich zu anderen Anlagen: Was ist besser für die private Altersvorsorge? Verwaltete Fonds haben viele Defizite. ETFs ("Indexfonds") gehen nicht in gleicher Weise mit ihren Fondsrenditen um.

Die große Renditekontrolle | News

Mit der vereinfachten Produktion und den daraus resultierenden Kostenvorteilen erhalten auch börsengehandelte Fonds ihren für die Investmentindustrie zukunftsweisenden Status. Allein in Deutschland werden mehr als 1000 börsengehandelte Fonds geboten, so dass sowohl etablierte als auch Exotenmärkte für jedermann zugänglich sind. Bei immer mehr Anlagesegmenten ergibt sich nun die Fragestellung, welche Instrumente bevorzugt werden sollten: aktive Fonds oder BTFs?

Auf der Kostenseite ist die Lösung einfach: Sie haben einen großen Nutzen, da sie wesentlich niedrigere Preise berechnen als ihre Mitbewerber. In den meisten Fällen kostet sie nur einen Teil dessen, was bei aktiver Finanzierung ausreicht. "Der Kostenindikator ist der wichtigste Gradmesser für die zukünftige Performance", sagt Ali Masarwah, Fonds-Experte bei Morningstar.

"Die aktiven Führungskräfte haben es nicht leicht, diese Last zu bekämpfen. Um für die Investoren die gleiche Verzinsung wie bei einem ETF zu erreichen, müssen sie bei Eigenkapitalfonds rund 1,5 Prozentpunkte mehr pro Jahr verdienen. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Fondsmanager, die ihre Benchmark-Indizes hinter sich gelassen haben. uro am Sonntag hat festgestellt, in welchen Investmentsegmenten die aktiven Fondsmanager besonders gut positioniert sind und wo der Vorteil der BTFs liegt.

Zu diesem Zweck wurden die Statistik aller in Deutschland vorhandenen Fonds bewertet und die aktiven Fonds mit den börsengehandelten Fonds verglichen. Das Redaktionsteam erstellte einen Vergleich in den Bereichen, die derzeit über zehn börsengehandelte Fonds und zehn Fonds mit aktivem Management verfügen. Die ?uro am Sonntag hat in 31 Anlageklassen die Durchschnittsperformance im aktuellen Jahr und über einen Zeitraum von drei und fünf Jahren errechnet.

Daraus ergibt sich ein Ranking, das aufzeigt, in welchen Bereichen sich die börsengehandelten Fonds im Durchschnitt besser und in welchen Bereichen schwächer entwickelt haben (siehe Grafik auf S. 21). Die höchste Steigerung verzeichneten die börsengehandelten Fonds in der Sparte "Aktienfonds (Rohstoffe)". In den letzten fünf Jahren haben sie 43 Prozent mehr verloren als ihre aktive Kollegen.

Für die wesentlich schlechteren Renditen der eingesetzten Mittel gibt es mehrere Ursachen. Bei den börsennotierten Fonds dieser Klasse kommt diesem Teilsektor jedoch kaum eine Bedeutung zu. Andererseits sind einige Fonds auf kleine Rohstofffirmen ausgerichtet, die vom Rohstoffeinbruch bis zum Frühjahr 2016 besonders stark betroffen waren. Der ETF ist nahezu ausschliesslich in die grossen Player der Industrie angelegt.

Zudem gibt es eine statistisch bedingte Verfälschung durch zwei spezielle börsengehandelte Fonds, da die Fondsklasse nur neun Fonds mit einer fünfjährigen Historie umfasst: Auch für globale und nordamerikanische Aktien waren die börsengehandelten Fonds signifikant besser. Sie haben in der Rubrik "Aktienfonds (Nordamerika/Nebenwerte)" die Performance der Aktivprodukte um 31%-Punkte, in der Rubrik "Globale Aktienfonds" um 24%-Punkte und in der Rubrik "Aktienfonds (Nordamerika)" um 20%-Punkte übertroffen.

"Der MSCI World Index, der von US-Standards dominiert wird und die Grundlage für viele globale börsengehandelte Fonds darstellt, hat sich deshalb sehr gut weiterentwickelt. "Die in Deutschland verfügbaren aktiven World Equity Funds schmälern oft diese Übergewichtung der USA - in den letzten Jahren keine gute Rendite. Zudem zeigt diese Rubrik - und gleichzeitig die Rubrik "Aktienfonds (Nordamerika)" -, dass es für das Fondsmanagement schwierig ist, seine Benchmark-Indizes in leistungsfähigen Börsen zu unterlegen.

Die Tatsache, dass börsengehandelte Fonds in der Klasse der US-Nebenwerte in den nächsten fünf Jahren klarer Gewinner sind, ist wohl vor allem auf das hohe Niveau des Finanzsektors zurückzuführen. Dies ist der grösste Bereich in den aktuellen US Small-Cap-Indizes mit einem Aktienanteil von knapp einem Quartal, während er in vielen Fonds eine geringere Bedeutung hat.

Dies mag an der kritischen Einstellung vieler Vermögensverwalter gegenüber der Industrie nach der Finanzmarktkrise liegen, war aber eine Bremse für die Rendite. Auch in der Sparte "Rentenfonds (Euro)" entwickelten sich die börsengehandelten Fonds über fünf Jahre mit einer durchschnittlichen Performance von 16%-Punkten deutlich besser als die aktiv gehandelten Fonds. "In den letzten Jahren waren die Laufzeit der Fonds immer zu kurz", sagt Masarwah, Experte bei Morningstar.

Aktienfonds aus Japan, Deutschland und Europa waren nur leicht besser als die aktiven Fonds. Hier dürften sich vor allem die gestiegenen Aufwendungen für die aktiven Fonds auswirken. In vielen bedeutenden Anlageklassen zeigen sich die Vorzüge von BTFs. Aber es gibt auch Gebiete, in denen die aktiven Fonds einen Schritt voraus sind. Dies ist besonders auffällig in der Medienbranche, wo die aktiven Fonds die Entwicklung der börsengehandelten Fonds über fünf Jahre um fast 35 %-Punkte übertrafen.

Dies ist beachtlich, da nur zehn Fonds, die von uns verwaltet werden, in dieser Rubrik aufgeführt sind. Gegenüberliegend sind 15 ETF' s. Davon ist die Mehrheit - neun börsengehandelte Fonds - auf den Telekommunikationssektor in Europa ausgerichtet, ein ETF legt in Telekommunikationsunternehmen auf der ganzen Welt an, einer in Aktien aus Schwellenländern. Allerdings sind zwei Dritteln der Index-Fonds in dieser Klasse European Telecom BTFs, was einen starken Abwärtsdruck auf die durchschnittlichen Renditen ausübt.

Der durchschnittlich aktive Fonds übertraf die börsengehandelten Fonds über einen Zeitraum von fünf Jahren um 18%-Punkte. Entscheidend ist auch hier das Investment-Universum der börsengehandelten Fonds, denn es gibt nur neun Fonds mit einer fünfjährigen Geschichte. Die beiden Index-Fonds erreichten mit 190 bzw. 151% das mit Abstand höchste Wachstum. In diesem Falle ist dies für die aktive Fonds von großem Nutzen.

Es handelt sich um tätige Fonds, die überwiegend global orientiert sind und daher auch auf dem US-amerikanischen Pharmamarkt tätig sind. Es sei daran erinnert, dass diese Studie die durchschnittliche Rendite von börsengehandelten Fonds und Fonds in einer bestimmten Rubrik vergleicht. Jeder, der vor fünf Jahren in den einzig bestehenden ETF der globalen Gesundheitsindustrie, den Lyxor MSCI World Health Care, investierte, hätte es besser gemacht als mit einem "durchschnittlichen" Fonds.

Weil sie ein Wachstum von 151% erreicht hätte, sind es durchschnittlich 137%. Der Performance-Vergleich zwischen börsengehandelten Fonds und Aktivfonds weist nicht nur für Sektoren, sondern auch für einzelne Länder klare Abgrenzungen auf. Beispielsweise werden in den nächsten fünf Jahren aktiv gehaltene Portfolien in der Rubrik "Asian Emerging Markets Equity Funds" die Führung übernehmen.

Aber die Rubrik ist sehr ungleich. Ihr Aktienmarkt wird individuell durch börsengehandelte Fonds abgesichert. Außerdem sind die Mittel in einem einzelnen Staat konzentriert. Dies ist jedoch ein Vorteil für die tätigen Fonds. So erzielte der ETF Thailand von Lixor, das einzige Produkt mit einer fünfjährigen Geschichte, in diesem Zeitabschnitt einen Wertzuwachs von 81 Prozent.

Wenn sie einen der fünf tätigen thailändischen Fonds (die grösste Gruppierung in dieser Kategorie) ausgewählt hätten, hätten sie mit vier von ihnen besser abgeschnitten als mit der ETF. Lediglich ein Fonds entwickelte sich mit 64% signifikant schwächer. So können in kleinen, exponierten Ländern tätige Fonds ihre Stärken einbringen. In allen drei Betrachtungszeiträumen stehen die Aktivfonds vor ihren Mitbewerbern.

Allein über den ETF können neun Aktienbarometer angelegt werden. Aber auch im Umfeld europäischer Zweitwerte können aktiver verwaltete Fonds gegen börsengehandelte Fonds Punkte sammeln. Es gibt keine klare Lösung für die Fragestellung, ob die aktiven oder passiven Fonds besser sind, aber im Großen und Ganzen liegen die Fonds leicht vor. Gerade in sehr leistungsfähigen MÃ??rkten ist es fÃ?r das Management schwieriger, Mehrwerte zu generieren, so dass sich die Kostenvorteile der Fonds sofort in eine höhere Verzinsung umsetzen lassen.

Auf weniger entwickelten Weltmärkten können Manager öfter ihre Stärke ausspielen und börsengehandelte Fonds ausspielen. "Denn je weiter ein Angebot in eine Marktnische vordringt, umso grösser sind die Vorzüge eines aktiven Fonds", sagt Masarwah. Beispielsweise werden Bond-ETF, die viele Wertpapiere mit langer Laufzeit beinhalten, mehr unter einer eventuellen Trendwende bei den Zinssätzen als die meisten aktiven Fonds mit kürzeren Fälligkeiten gelitten haben.

Eines ist sicher: Solange aktive verwaltete Fonds wesentlich teuerer sind als vergleichbare börsengehandelte Fonds, wird es ihnen schwierig fallen, passive Fonds im Schnitt zu übertreffen. "Dennoch ist das eine nicht besser als das andere, denn börsengehandelte Fonds auf gemeinsame Indices stellen keine bessere Investmentstrategie dar", sagt Beck. Trotz der Kostenbelastung können sich die Unterstützer von aktiven Fonds darauf verlassen, dass es immer wieder Führungskräfte gibt, die hervorragende Resultate erwirtschaften und eine kluge Taktik haben.

Es ist auch von Bedeutung, dass diejenigen, die ein aktives Fondsmanagement bevorzugen, den wirklich tätigen Führungskräften nachgehen. "Bleibt ein angeblich tätiger Fonds bei seinem Kurs, gibt es keinen Anlass, 1,5 Prozentpunkte zu zahlen. In der folgenden Übersicht haben wir besonders interessante Anlageprodukte aus bedeutenden Anlageklassen zusammengestellt, in denen börsengehandelte Fonds in den letzten fünf Jahren den aktivsten Fonds voraus waren.

Auf den US-Aktienmarkt (Blue Chips und Technologieindex Nasdaq) entfallen die ersten beiden BTFs. Die verschiedenen Typen von Investmentfonds ermöglichen es Anlegern, auf verschiedenen Anlagekategorien wie z. B. Dividendenpapiere und Obligationen zu wetten. Physikalisch abbildende börsengehandelte Fonds kaufen alle Werte in einem Register und behalten sie in ihrem Depot. Dafür profitieren die Banken von der Wertentwicklung der Papiere im Bestand des ETF, die sich anders zusammensetzen können als der tatsächlich darzustellende Wert.

In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Absicherung von Investmentkapital-ETFs nicht von herkömmlichen Fonds. Im Falle einer Insolvenz des Unternehmens wird das Eigenkapital der ETF als Spezialfonds betrachtet, der vom Insolvenzvermögen des zahlungsunfähigen Dienstleisters abhängt. ETF' s an der Börse gehandelte Indexfonds werden nicht von Fonds-Managern verwaltet. Beispielsweise stellt kein Fondsverwalter sicher, dass Industrien oder Firmen in Not geraten sind.

Beim Einsatz von Swap-Geschäften ist das Risiko gegeben, dass eine Gegenpartei in Verzug gerät und die Index-Performance nicht mehr ausreicht. Grösse als Selektionskriterium Bevor Sie sich für einen ETF entschieden haben, sollten Sie sich zuerst dessen Grösse ansehen. Weil immer ein Schwert von Damokles über kleinen Fonds hängt: Wenn es zu wenig Geld in der ETF gibt, ist ihre Bewirtschaftung verhältnismäßig aufwendig.

Sie sollten daher in der Regel die Hände von börsengehandelten Fonds mit einem Volumen von weniger als 20 Mio. EUR beibehalten. börsennotierte Indexfonds sind aufgrund ihrer niedrigen Anschaffungskosten besonders für den Sparplan geeignet.

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