Wie Sicher ist die Riester Rente

Die Riester-Rente ist wie sicher

Die Hartz-IV-Sicherheit innerhalb der geförderten Höchstgrenze. Schritt für Schritt zu einer sicheren Rente - mit staatlichen Zuschüssen. Der Riester-Vertrag ist Hartz-IV-sicher und bleibt von Arbeitslosigkeit unberührt. Der große Vorteil: Die eingezahlten Beträge sind "Hartz-IV-sicher". Ein stabiles Wachstum und garantierte Sicherheit.

Weshalb Riester-Rente sicher, aber nicht profitabel ist - Ökonomie - News zu Firmen & Märkte

Die Kapitalgarantien dienen dem Schutz der Sparerbeiträge. Das sollten viele Sparende bestätigen: Wer für das hohe Lebensalter vorsorgt und nachhaltig investiert, sollte wenigstens den gezahlten Geldbetrag zurückerhalten. Ein so genannter Kapitalschutz in der Altersversorgung, der gerade dies gewährleistet, beispielsweise bei der Riester-Rente, erscheint nur auf den ersten Blick zumutbar.

Der Fang ist jedoch groß: Die Bürgschaften in der Altersversorgung haben einen großen Teil des Renditepotenzials gekostet. Allein die inländischen Bausparer haben bis einschließlich 9. August 2016 16,5 Mio. Riester-Verträge abgeschlossen. Die Bundesregierung unterstützt die betriebliche Altersversorgung der Bundesbürger durch Prämien - allerdings mit rechtlichen Einschnitten. Die Leistungserbringer - Versicherungen, Kreditinstitute und Fonds - müssen sicherstellen, dass sie nach der Pensionierung mindestens die vom Bausparer gezahlten Beträge zahlen.

Zur Sicherstellung der Einhaltung dieser gegebenen Garantie investieren die Geldgeber das Risiko so gering wie möglich. In der Regel entscheiden sie sich für fest verzinsliche Bundesanleihen, die sicher sind, den Investoren aber nur ein geringes Sparwachstum einbringen. Eine Anlage in riskantere Titel schliesst dagegen die Garantie - und damit auch die in der Regel wesentlich höheren Renditen - weitgehend aus.

Die Sparenden zahlen daher einen höheren Betrag für den Erhalt ihrer Beiträge: die Gewährleistungskosten. Infolgedessen erreichten die Kosten für die Absicherung der Altersversorgung im Jahr 2016 einen neuen Höchstwert. Zum Beispiel, so der Autor der Studie Olaf Stotz: "Eine 25jährige bezahlt ab jetzt monatlich 50 EUR in einen Sparkonto, bis sie im Alter von 67 Jahren in Rente geht - also zusammen 25.200 EUR.

Investiert sie ihr Kapital in ein Vorsorgeprodukt mit Kapitalausstattungsgarantie, bekommt sie laut der Untersuchung nach 42 Jahren Beitragszeit rund 84.000 EUR. Die Gelder werden in "sichere" Investitionen wie z. B. Bundesanleihen investiert. Investiert sie ihr Kapital statt in Eigenkapitalfonds und damit ohne Rückzahlungsgarantie, so die Untersuchung, würde sie letztlich rund 244.000 EUR ausgeben.

Im Endeffekt wird sie 160.000 EUR weniger bezahlt - das ist der Garantiepreis. Auf dem Höhepunkt des niedrigen Zinsniveaus im vergangenen Jahr überstiegen die faktischen Aufwendungen für die Garantieverpflichtung gar 200.000 EUR. Die meisten Sparer sind sich dieser Gewährleistungskosten nicht bewusst. Dies ist ein weiterer Grund, warum sich viele für eine gesicherte Altersversorgung, zum Beispiel in der Riester-Rente, und damit mittelbar gegen die höheren Renditen von Anlagen mit einer höheren Eigenkapitalkomponente aussprechen.

"So lange sie die Preise nicht wissen, halten sie sich daran. Sparen überschätzt das Altersvorsorgerisiko ohne Gewähr merklich. Für die 25-jährige Sparende aus dem Beispiel beispielsweise beträgt die Chance ohne Kapitalausstattungsgarantie nur 0,5 Prozentpunkte, am Ende weniger als ihre einbezahlten Prämien zu sparen - bei gleichzeitigem Gewinnanstieg.

"Mit einem Garantieverzicht könnte das Altersguthaben wesentlich rascher steigen, ohne das Kreditrisiko erheblich zu erhöhen", sagt der Finanzierungswissenschaftler. "Frank Breiting, Head of Private Retirement Provision and Insurance bei der Deutschen Bank-Tochter, die die Untersuchung in Auftrag gab, erkennt auch die nachteiligen Auswirkungen der Auszahlungsgarantie: "Die Kapitalgarantiekosten sind enorm hoch.

Es gibt nur eine Sicherheit, dass Sie keine Rückgabe erhalten. Manche wollen mehr von ihren Riester-Prämien in Form von Dividendenpapieren anlegen. Die gesetzliche Kapitalausstattungsgarantie lässt dafür jedoch keinen Raum. Verbraucheranwältin Dorothea Mohn verweist auf die Problematik der Prämiengarantien in der Riesenrenten. Ungeachtet des Zinsniveaus "sind die Gewährleistungskosten immer hoch und gehen zu Lasten der Gegenleistung.

"Bei der Riester-Rente sollten die Verbraucher die Wahl haben, ob und wenn ja, wie viel Garantien sie wollen. Die Problematik der Gewährleistungskosten ist nach Angaben des zustaendigen Sozialministeriums bekannt, eine Aenderung der Riester-Rente ist aber nicht notwendig. Durch die Garantiezusage setzt die Bundesregierung zu sehr auf die Einseitigkeit.

"Solange sich an der Riester-Garantie nichts ändert, steht das Fazit von Herrn Dr. John fest: "Riester ist nicht für risikobewußte Anleger geeignet".

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