Konservativ Geld Anlegen

Vorsichtig investieren

Das Fazit: Investieren Sie mit gesundem Menschenverstand! Grundregeln für eine konservative Anlage sind: Zeigen Sie, dass sich immer mehr Anleger für konservative Anlageformen entscheiden. Noch immer als Favorit der Deutschen, wenn es um die Anlage ihrer Reserven geht.

Trotz niedrigem Zinsniveau ein Appell für vorsichtiges Investment

Aus diesem Grund hat sie den Massenmedien eine geringe Teuerung und ein weiterhin schwaches wirtschaftliches Wachstum beschert - beides durchaus verständliche Ausprägungen. Um so mehr sollten sich private Anleger die Frage stellen, wohin sie ihr Geld jetzt bringen sollen. Wenn man die Beiträge der aktuellen Tageszeitungen und deren "Anlageexperten" gelesen hat, ist die Anlageempfehlung folgendermaßen::

Lediglich den Hinweis auf "Investieren in Bitcoins", die noch junge digitale Zahlungsmittel, haben wir noch nicht mitbekommen. Mit konservativer Anlage meinen wir Investitionen in Investitionsformen mit geringem Verlust- und Ausfallrisiko. Bei vielen Anlegern steht nicht die Rentabilität im Vordergrund, sondern vor allem der Schutz der harten Ersparnisse.

Dass vor allem Spekulationsanlagen Renditen erwirtschaften sollen, gibt uns in den Vorschlägen vieler Investmentexperten immer wieder negatives Feedback. Wir kritisieren auch die fehlende Kontrolle der Risikobereitschaft der Anlegerschaft. Für die Mehrheit der Investoren dürften die Einsparungen, wie bereits oben erwähnt, mehr Schaden anrichten als das Renditepotenzial.

Ein weiterer Kritikpunkt an den üblichen Investitionsempfehlungen ist die Überbewertung des Know-hows der Investoren sowie für den normalen Bürger dabei nur schwer durchführbar. Während es gut und richtig ist, in vier oder fünf unterschiedliche Anlagekategorien zu investieren, um das Risiko zu reduzieren, müssen Investoren diese auch verstehen und bestimmte Investmentprodukte auswählen.

Daß sich die Teuerung aufgrund der expansionistischen Währungspolitik der EZB in den kommenden Jahren beschleunigen wird, gilt zum einen als Einigkeit, zum anderen aber keinesfalls als Selbstverständlichkeit. Inwieweit wir in den kommenden 10 Jahren eine höhere Teuerung erfahren werden oder ob wir wie Japan in eine deflationäre Situation geraten, können auch wir nicht vorhersagen.

Ungeachtet dessen ist es uns jedoch ein Anliegen zu unterstreichen, dass bei einer Investitionsentscheidung immer die Teuerung oder Inflationserwartungen berücksichtigt werden sollten. Vergleichen Sie daher exakt, was eine Investition nach Abwägung der zu erwartenden Teuerung (= reale Rendite) im schlimmsten Fall eines Kaufkraftverlustes und im besten Fall eines Kaufkraftgewinns einbringt.

Betrachten wir zum Beispiel die Lage eines recht schleppenden Investors: Mit einer Teuerung von 1,50% hat Müller sein Guthaben von 100.000 Euro auf seinem täglich fälligen Konto, das mit 1,00% verzinst wird. Tatsächlich ergibt sich aus dieser Aufstellung nach Inflationsabzug eine negative reale Rendite von -0,50 % im Jahr.

Wenn wir die Zinsen und die Teuerung stabilisieren, hat das Geld von Müller nach 5 Jahren nur noch eine Nachfragemacht von 97.525 EUR. Für Müller sind diese Werte jedoch nicht ersichtlich, da seine Hausbank ihm nach 5 Jahren 102.525 EUR und nach 10 Jahren 105.114 EUR als Kontosaldo mit Zinseszins ausweist (die Kapitalertragssteuer wird hier einmalig nicht berücksichtigt).

Diese Differenz ist letztendlich auch die Heimtücke der Teuerung. Aber rechtfertigen die Kaufkraftverluste von Müller eine riskantere Investition? Betrachten wir, was der Kollege Müller beispielsweise durch die Investition in einen Beteiligungsfonds hätte leisten können. Optimistisch wäre, dass der Fond in den ersten 5 Jahren eine attraktive Jahresrendite von 7% erwirtschaften würde.

Dies sind nach der unterstellten Teuerung von 1,50 Prozent letztendlich reale Renditen von +5,5 Prozent und -6,5 Prozent pro Jahr. Zum Ende des fünften Lebensjahres wäre Müller daher im besten Fall mit einer Einkaufsmacht von 130,696 EUR sehr gut oder im schlimmsten Fall mit nur 71,459 EUR eher unglücklich.

Wäre Herrn Müller mit seinem Wissen um das Rendite- und Verlustpotenzial diese Investition aus heutiger Perspektive lieber als seine langweilige Tagesgeldeinlage? Wäre der eventuelle Schaden (z.B. eines Aktienfonds) wirklich finanz- und psychologisch tragbar und würde die abgesicherte Anlagevariante nach der Teuerung keine oder gar keine negativen Erträge bringen, dann steht der riskanteren Geldanlage im Grunde nichts entgegen.

Ihr persönlicher Geschmack und Ihr Investmentwissen in Verbindung mit dem Verlustpotential, der eventuellen Verzinsung und der (erwarteten) Teuerung entscheidet letztendlich, welche Anlage für Sie die passende ist. Außerdem ist es nach wie vor möglich, die Teuerung auf zwei Arten zu bekämpfen. Einerseits ermöglichen die längeren Fälligkeiten der Festgelder die Erzielung von Erträgen, die signifikant über der derzeitigen Teuerung sind ("Vergleich der Festgelder").

Ein weiterer, unkonventioneller Weg, die Teuerung zu bekämpfen, ist die Veränderung der Verbrauchergewohnheiten. Die Teuerung an sich ist keine feste Größe, die jeden in der gleichen Form betrifft. Doch bevor Sie aufgrund niedriger Zinsen und Teuerung in riskantere Investitionen eintauchen, sollten Sie sich die Möglichkeit der Veränderung von Kauf- und Wohngewohnheiten genauer ansehen.

Unsere Schlussfolgerung: Investieren Sie mit gesundem Menschenverstand! Für die Mehrheit der Privatanleger in Deutschland sind aus unserer Sicht riskantere Investitionen nach wie vor nicht sinnvoll. Lass dich nicht von der Inflationsangst vertreiben und meide den bekannten Herdeninstinkt. Wenn Bild-Zeitung und Co. die Anlage in Wertpapiere und andere riskantere Formen der Anlage vorschlagen, sollten Sie Alarm schlagen.

In der New -Economy-Blase 2000/2001 folgten viele Investoren den Aufrufen der großen Massenmedien und stürzten sich in die entsprechenden Investitionen - mit meist recht enttäuschendem Ergebnis. Wenn Sie wirklich an einer risikoreicheren Geldanlage interessiert sind, dann vergleichen Sie unter Beachtung der zu erwartenden Teuerung das Verlustpotential und die möglichen Renditen einer vergleichsweise gesicherten Anlagemöglichkeit (z.B. längerfristige Festgelder) sehr ernst.

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