Börsencrash

Aktienmarktcrash

Sie sollten diese Aktien beim nächsten Börsencrash auf Ihrer Merkliste haben. Die jüngste Börsenkrach ist eine Lektion in Psychologie. Lernen Sie, wie Sie sich und Ihr Portfolio auf einen Börsencrash vorbereiten. Das englische Wort Crash (Crash, Unfall, Lärm) hat sich bei den Börsenteilnehmern als Begriff für einen plötzlichen und dramatischen Preisverfall etabliert. Rückschlag als mögliche Kaufgelegenheit nach einem Börsencrash.

US-Börsenkrach - Im Ernstfall heben die Hubschrauber ab

Jahrzehntelang ist die Weltverschuldung stärker gewachsen als die wirtschaftliche Produktion. Die Verschuldung von Bundesstaaten, Firmen und Privathaushalten beträgt mehr als 215 Trillionen US-Dollar (325% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts), 70 Trillionen mehr als vor zehn Jahren. Sie sind in den Industriestaaten seit 2006 von 348 auf 390% und in den aufstrebenden Ländern - hauptsächlich durch China angetrieben - von 146 auf 215% gestiegen.

Die Neuverschuldung wirkt sich immer weniger auf das Wirtschaftswachstum aus. In den 60er Jahren verursachte ein US-Dollar eine Neuverschuldung von rund 80 Cents mehr Bruttoinlandprodukt (BIP), in den 90er Jahren fiel der Kurs auf 30 Cents und seit 2000 auf rund 10 Cents. Der Teil der neuen Schuld wird nur verwendet, um die Verzinsung der Altschuld zu leisten, nicht aber, um mehr Bedarf zu erwirtschaften.

Die Neuverschuldung fliesst zum grössten Teil in die Anlagemärkte und sorgt für steigende Erlöse. Die Zinssätze liegen bereits bei Null, die öffentlichen Finanzen sind mit Ausnahme von Deutschland keinesfalls ausgleichend. Wenn die Kurse von Aktie und Immobilie sinken, bricht unser gesamtes Schuldenwesen zusammen, weil die Verschuldung nicht mehr ausreicht.

Der unerfreuliche Nebeneffekt: Die Verschuldung wuchs noch mehr. Sie können nicht ganz ohne weiteres damit Schluss machen, neue Forderungen einzugehen, nur weil die bereits bestehenden Forderungen verzinst werden. Das niedrige Zinsniveau hat auch die Aufnahme weiterer Kredite, insbesondere in den Emerging Markets, begünstigt. Damit sind wir beim Zusammenbruch der Aktienmärkte in den letzten Tagen angelangt.

Oberflächlich betrachtet ist es angesichts der beeindruckenden Entwicklung der Aktienmärkte seit 2009 nicht drastisch, aber in Wahrheit ist es ein erstklassiges Warnsignal. Bislang waren die Zinssätze für zehnjährige US-Staatsanleihen auf rund 2,7 Prozentpunkte angestiegen. Diese Erhöhung ist auf die von der US-Notenbank angekündigte Zinserhöhung, die lebhafte US-Konjunktur und die Hoffnung zurückzuführen, dass dies auch zu steigenden Teuerungsraten führt.

Die hoch verschuldeten Weltwirtschaften können nach Ansicht des Marktes einen Zins von mehr als 2,7 Prozentpunkten für US-Staatsanleihen nicht verkraften. Noch vor Ausbruch der vergangenen Finanzmarktkrise konnten die Zinssätze für zehnjährige Anleihen bis zu einer Kurskorrektur an den Aktienmärkten auf fünf Prozentpunkte anwachsen. Dieses Mal ist es eine immer unhaltbarere Schuld der Unter-nehmen.

Die EZB hat den europäischen Bankenmarkt so stark verfälscht, dass Firmen mit einem schwachen Rating von den Anlegern mitgenommen werden. Ein Beispiel ist der französische Entsorger Veolia, der vor kurzem eine unbesicherte dreijährige Schuldverschreibung mit einem Zins von weniger als 0,026% platziert hat.

Die europäischen Firmen mit schwachen Krediten bezahlen niedrigere Zinssätze als die USA, die grösste militärische Macht der Erde. Allein im vergangenen Jahr haben US-amerikanische Firmen 1,14 Bill iarden US-Dollar neu verschuldet. Junk-Firmen bezahlen im Durchschnitt weniger als sechs Prozentpunkte für die Verzinsung. Aus vergangenen Konjunkturzyklen wissen wir, dass die Kreditgeber von Industrieanleihen im Fall eines Ungleichgewichts nur rund 35 % ihres Verbrauchs wieder sehen.

In den Emerging Markets sind es vor allem Firmen, die in den letzten Jahren das niedrige Zinsniveau für die Arbeit mit wesentlich mehr Krediten ausgenutzt haben. Dazu kommt der signifikante Aufbau der Schulden in US-Dollar, der neben dem Zinsrisiko ein Währungsrisiko mit sich bringen kann, vor dem renommierte Institute wie die Internationale Zahlungsausgleichsbank seit einiger Zeit warnt.

Der Aktienmarkt legte zwar kräftig zu, aber risikoreiche Obligationen blieben auf einem hohen Level. Der Euphorie der Anleihegläubiger ist daher, wie es in der Vergangenheit üblich war, nicht so viel Bedeutung beigemessen worden. Aber nicht nur die Firmen sind hochverschuldet, sondern auch die Abnehmer von Obligationen und Anteilen. Hinzu kamen die massiven Spekulationen, dass die Aktienmarktvolatilität niedrig bleiben würde.

Wieder einmal kann es einige Zeit dauern, bis die Solvabilitätsprobleme die Aktienmärkte anderswo im Finanzwesen treffen. Auch die Zentralbanken der Erde werden sich bemühen, das Geschäft weiter voranzutreiben. Billionen Dollar sind nicht mehr zu bedienen. Sie müssen aus der ganzen Welt kommen, entweder durch Insolvenzen und Konkurs oder durch massiven Preisauftrieb.

Doch mit den Verschuldungen gehen auch die Vermögenswerte der gleichen Grössenordnung verloren.

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