Zinsen bei Banken

Bankzinsen

Durch die Anlage von Geld verdient die Bank Zinsen, weil sie das Kapital verwalten kann. Der Betrag hängt von der Art der gewählten Investition ab. Es ist schwer vorstellbar, dass eine Bank keine Zinsen verlangt. Dies ist jedoch bei islamischen Banken der Fall. Die Zinsen ausländischer Banken sind oft selbst steuerpflichtig!

Banken begrüßen die Zinserhöhung

Die im Hypothekengeschäft tätigen Institutionen würden vor allem von einer Zinsnormalisierung begünstigt - unter einer Vorbedingung. Ein möglicher Zinswendepunkt ist für die schweizerischen Banken kein Alptraum - es sei denn, er geschieht zu schnell und zu plötzlich. Banken im Hypothekengeschäft sind vor allem an einer ordnungsgemäßen Zinsnormalisierung beteiligt.

Neun von zehn Kreditnehmern haben bei ihrer Hausbank eine feste Hypothek abgeschlossen, um die außergewöhnlich tiefen Hypothekenzinsen so lange wie möglich zu "binden" und sich gegen zukünftige Zinssteigerungen zu impfen. Für Kreditnehmer ist es von Vorteil, für Banken nicht immer. Der hohe Festhypothekenanteil führt zu nichts anderem, als dass die Zinseinnahmen, die für die Kantonal-, Regional- und die Raiffeisenbank die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle sind, auf mehrere Jahre fixiert sind.

Diese festverzinslichen Erträge werden, und das ist das wirkliche Hindernis, durch veränderliche Zinsaufwendungen ausgeglichen. Sobald die Zinsen ansteigen, müssen die Banken höhere Zinsen auf den Sparbüchern ihrer Kundschaft zahlen, der mit Abstand wichtigste Punkt auf der Aktivseite der Schulden. Mit zunehmender Geschwindigkeit und Stärke des Zinsanstiegs steigt die Kluft zwischen variablem und festem Einkommen und die Ertragssituation der Banken stößt an.

Zur Absicherung solcher Zinsrisiken können Banken ihre festverzinslichen Erträge durch Zinsswaps in variablen Cashflows tauschen. Diese variablen Zinseinnahmen haben den Vorzug, dass sie an der Zinserhöhung partizipieren. Die Absicherung der Konzernbilanz gegen Zinsrisiken ist jedoch eine kostspielige Sache. Die Kantonsbank Bern hat im vergangenen Jahr nicht weniger als 71 Millionen Franken ausgegeben, um sich gegen die Auswirkungen der steigenden Zinsen zu schützen.

Das Zinsergebnis wäre ohne diese Position, die drei Viertel des Zinsaufwands ausmacht, um ein Quartal gestiegen. Aus diesem Grund sichern immer mehr Banken ihre Zinsrisiken weniger durch Swapgeschäfte ab als durch die Begebung maßgeschneiderter Anleihen zu den gleichen Konditionen wie die gewährten Hypotheken. Paradoxerweise haben sich die Institutionen, die mehr oder weniger auf eine Absicherung von Risiken verzichten, in den letzten Jahren wesentlich besser entwickelt als die vorsichtigen, risikoaversen Banken.

In diesem Fall hätten die Banken die Option, ihre Hypothekenzinsen zunächst im Neuzugang und später bei der Verlängerung ausgelaufener Finanzierungen nach oben zu korrigieren. Dies alles würde sich positiv auf das Zinsergebnis auswirken. Fast alle Banken sind auch im Kommissions- und Tradinggeschäft mehr oder weniger aktiv.

Zudem bewegen sich die Wechselkursrelationen in einem von steigenden Zinsen geprägten Milieu. Insgesamt können die Banken nahezu nur von einem ordentlichen Zinsschritt partizipieren. Erst die Banken und dann bei der Verlängerung ausgelaufener Hypothekendarlehen würden ihre Abnehmer unter Zugzwang geraten. Dies würde zu einem erhöhten Rückstellungs- und Wertberichtigungsbedarf führen, die Anzahl der Not leidenden Forderungen würde steigen und die Ertragssituation der Banken würde sich rasch verschärfen.

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