Hapag-Lloyd

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Verkauf stärkt maritimen Standort Hamburg

Die größte deutsche Linienreederei Hapag-Lloyd hat die Veränderungen in ihrem Eigentümerkreis begrüßt. «Hapag-Lloyd, das Management und seine Mitarbeiter freuen sich sehr über die erzielte Lösung und darüber, dass die Einigung so schnell zustande gekommen ist», sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Behrendt. Der Reisekonzern Tui verringert seine Beteiligung an der Reederei Hapag-Lloyd, bleibt aber immer noch Großaktionär bei dem Hamburger Traditionsunternehmen.

«Das ist eine gute Lösung, weil Hapag-Lloyd nun noch fester mit Hamburg und seinem Hafen verbunden ist», sagte Behrendt. Der maritime Standort Hamburg werde so gestärkt.

Das Konsortium Albert Ballin um die Stadt Hamburg und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, das seit fast drei Jahren die Mehrheit an Hapag-Lloyd hält, übernimmt für 475 Millionen Euro weitere Anteile an der Reederei. Das teilte Tui nach einer Sitzung des Aufsichtsrats am Dienstagabend in Hannover mit. Der Tui-Anteil soll bis zur Jahresmitte von 38,4 auf 22 Prozent schrumpfen. Auch das Hilfsdarlehen für Hapag-Lloyd aus der Wirtschaftskrise 2009 soll dann Geschichte sein.

Für die verbliebenen Hapag-Lloyd-Aktien darf sich der Reisekonzern anschließend selbst einen Käufer suchen - oder die Anteile an die Börse bringen. «Wir haben für alle Beteiligten eine faire Verhandlungslösung gefunden», sagte Tui-Chef Michael Frenzel.

Die Vereinbarung werde sowohl den wirtschaftlichen Interessen der Tui als auch den Bedürfnissen der übrigen Gesellschafter sowie der Reederei selbst gerecht.

Insgesamt will das Konsortium nun 600 Millionen Euro in die Reederei stecken, wie die Stadt Hamburg am Abend bestätigte. Damit steigt der Anteil der Mehrheitseigner von rund 62 auf 78 Prozent. Den größten Anteil schultert nun mit 420 Millionen Euro die Stadt selbst und erhöht ihren Anteil auf fast 37 Prozent. Es folgen Kühne mit einer Neuinvestition von 160 Millionen sowie die Versicherer Hanse-Merkur mit 13 Millionen und Signal Iduna mit 7 Millionen Euro.

Die HSH Nordbank sowie die Investoren der Warburg Bank erhöhen ihre Anteile nicht.

Hapag-Lloyd ist mit jährlich über fünf Millionen transportierten Containern (TEU) und einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro die größte deutsche Linienreederei.

dpa
, 16.02.2012