Drescher & Cie.

Drucken E-Mail Redaktion

Tacheles – das Investmentgespräch

 

 

 

Mit Björn Drescher, Hans Eichel, Egon Wachtendorf, u.a.

Unter diesem Motto hatte das Team von Drescher&Cie am 18. November auf den Petersberg in das Steigenberger Grandhotel geladen. Rund 160 Gäste waren zur Diskussion und dem anschließenden Galadiner erschienen und wohnten der Premiere des Formats bei. Getreu dem Motto "Tacheles" diskutierten Vertreter der Fondsindustrie, der Medien und der Politik in der von Raimund Brichta moderierten Runde kontrovers über die Verfassung der Investmentindustrie, das Anlegerverhalten, die Regulierungsvorhaben der Politik und die Rolle der Medien. Vertreten wurden die Marktintermediäre durch den ehemaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel, den für das Investmentwesen im Finanzministerium zuständigen Ministerialrat Uwe Wewel, den Bundesgeschäftsführer des BVI Thomas Richter, den Journalisten Egon Wachtendorf, Hartmut Petersmann, Mitglied des Partnerkreises des Bankhauses Metzler und den Gastgeber Björn Drescher.

Will man die Verfassung der Investmentindustrie anhand der Diskussion beurteilen, ist sie zumindest als "angeschlagen" zu bezeichnen und von einem Vertrauensverlust auf breiter Front geprägt. Das Verhältnis zwischen den Anlegern und der Finanzindustrie im Allgemeinen und der Investmentbranche im Speziellen ist derzeit gestört. Lehmann Brothers, Madoff und die Griechenlandkrise haben ihre Spuren hinterlassen. Die Verbraucher sind nicht nur hinsichtlich der Stabilität des Weltfinanzsystems verunsichert, sondern zweifeln angesichts der Wertverluste und der eingeschränkten Verfügbarkeit mehrerer Geldmarkt- und Immobilienfonds auch an der Produktwahrheit und –klarheit.

Während hinsichtlich der Diagnose des Zustands Konsens bestand, gingen die Meinungen der Diskussionspartner bei der Ursachenforschung und dem Ausblick auf das, was zur Verbesserung der Situation erforderlich ist, weit auseinander. Verantwortung für Missstände in der Finanzindustrie wollte keiner der Gesprächspartner für seinen Berufsstand direkt oder zumindest nicht pauschal übernehmen. Vielmehr wurde auf die Marktentwicklungen und Kettenreaktionen verwiesen, welche die Branche, wie Thomas Richter erklärte, wie ein Tsunami getroffen haben. Dabei sei die Fondsindustrie, laut Richter "in Sippenhaft genommen worden und habe der Absatz der Fonds unter den Fehlern anderer gelitten".

Was ist zu tun? Mehr Transparenz, mehr Aufklärung, mehr Vertrauen. In diesen Punkten war man sich einig. Was allerdings im Detail zu tun ist, blieb eine Frage der Perspektive. Wollte man ein Fazit aus der Veranstaltung ziehen, so war am Ende doch so etwas wie eine Aufbruchstimmung zu spüren und ein Tenor, der wie folgt klang: Es ist keineswegs alles hoffnungslos, es bedarf vor allem einer besseren Aufklärung und Information. Gute Berater und bessere Erfahrungen sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Die Vermittler müssen sich wieder mehr als Dienstleister im klassischen Sinne verstehen und der Staat seiner Aufsichtspflicht und Kontrolle nachkommen ohne in unnötiger Weise die Marktteilnehmer zu gängeln. Und die Anleger sollten schließlich das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und sich in ihrem eigenen Interesse über Sparpläne und vermögensverwaltende Fonds, welche die Risiken verteilen, wieder an eine an Sachwerten orientierte Vermögensanlage heranwagen.

 

Drescher & Cie. GmbH
Verantwortlich für den Inhalt: Drescher & Cie. GmbH, Westerwaldstraße 10, 53757 Sankt Augustin Tel.: 2241 932 62-0, Fax: 2241 932 62-21, E-Mail: kontakt@drescher-cie.de www.drescher-cie.de, 08.11.2010