AllianzGI Kapitalmarktbrief
AllianzGI Kapitalmarktbrief
Frankfurt, 06.08.2010 Anleger fragen sich, ob das Immunsystem der Kapitalmärkte ausreichend
gestärkt ist, um weiteren Belastungsproben standhalten zu können.
Vitamin Berichtssaison
Vor allem die Berichtssaison für das zweite Quartal 2010 entwickelte sich zum Treiber für die Märkte. Knapp 80 Prozent der Unternehmen des S&P 500 übertrafen die Analystenschätzungen (Bloomberg, Stand 30.07.2010). Grund: die hohe Nachfrage aus den Schwellenländern sowie die selbst auferlegte Diät-Kur der US-Konzerne – das Verhältnis von Wertschöpfung zur Entlohnung der Arbeitnehmer ist auf den höchsten Stand seit 50 Jahren gestiegen. Auch die überraschend positiven Ausblicke der Unternehmenslenker konnten den Investoren ihre Rezessionsängste ein wenig nehmen.
Vitamin Interbankenmarkt
Neben der erfolgreichen Refinanzierung Griechenlands, Spaniens und Irlands am Geldmarkt trug auch der europäische Stresstest bei Banken zu etwas mehr Vertrauen am Interbankenmarkt bei. Indiz: leicht sinkende Risikoprämien an den Anleihenmärkten.
Vitamin boost valuations
Und schließlich erscheinen die Bewertungen an den Aktienmärkten unverändert moderat. Neben den niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen, die mitunter 30 Prozent unter ihren langjährigen Durchschnitten seit 1987
liegen, erscheinen auch die Dividendenrenditen attraktiv.
In der Summe für die Märkte eine Vitaminkur zum Kraft tanken, was auch von Nöten sein dürfte. Denn wir bewegen uns unverändert konjunkturell in einem Übergangsszenario. Und die Impulse kommen aus der laufenden Berichtssaison. So ist ein Wiederaufflammen der Risikoaversion nicht auszuschließen – mit Blick auf zuletzt rückläufige OECD-Frühindikatoren für nahezu alle Regionen und auf die unveränderte Belastung der hohen Staatsschulden vor allem in den Industrieländern. Eine neutrale Allokation zwischen Aktien und Renten erscheint daher weiterhin angebracht.