Fidelity Marktkommentar
Fidelity Marktkommentar
Kronberg im Taunus, 07. September 2010 - Deutschland sorgt für positive Meldungen an den Börsen. Das deutsche Wirtschaftswachstum lag im zweiten Quartal 2010 bei über zwei Prozent und hat damit die US-Wirtschaft überflügelt. Alexander Scurlock, Manager des Fidelity European Growth Fund, erklärt, warum Deutschland auf der Überholspur ist und von welchen Trends Deutschland besonders profitiert.
"In Europa sind vier Investmentthemen besonders chancenreich: Wachstum in den Schwellenländern, Konjunkturprogramme, Innovationen und die günstige Wettbewerbsstellung. Nutznießer dieser Trends sind momentan insbesondere deutsche Industriekonzerne und Autobauer. Einer der Hauptgründe für die erfreulichen Zahlen, die deutsche Unternehmen in dem trüben Umfeld schreiben, sind die relativ niedrigen Arbeitskosten. Sie haben es den Firmen ermöglicht, ihre Produktionskosten unter Kontrolle zu halten und ihre Erzeugnisse auf den internationalen Märkten zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten. Die jüngste Schwäche des Euro gegenüber den anderen bedeutenden Währungen hat die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Exporte noch weiter gestärkt.
Die deutsche Exportwirtschaft profitiert von einer zunehmenden Nachfrage, besonders in den Schwellenländern mit ihrem hohen strukturellen Wirtschaftswachstum und den rapide steigenden Einkommen. Die wachsende Mittelschicht in diesen Ländern interessiert sich vermehrt für Luxusgüter wie beispielsweise Autos aus Deutschland. Unternehmen mit großer Markenbekanntheit und hohen Qualitätsstandards, wie BMW und Daimler, profitieren am meisten von dieser Entwicklung. Beide habe ich im Fidelity European Growth Fund übergewichtet. Aber auch andere europäische Unternehmen gewinnen durch diesen Trend: Die Hersteller von Luxusgütern und Accessoires, Burberry und Richemont, sind zwei Beispiele - auch sie sind im Portfolio übergewichtet.
Europäisches Know-how, etwa im technischen Bereich, ist nicht nur bei Endverbrauchern stark gefragt. Angeheizt wird die Nachfrage auch von einer Vielzahl großer Infrastrukturprojekte - oft finanziert aus Geldern staatlicher Konjunkturprogramme - beispielsweise in China und anderen Schwellenländern. Deutsche Firmen wie Siemens, MAN, Linde und BASF, die Rohstoffe liefern und begehrtes Know-how zu diesen Projekten beisteuern, sind alle im Fidelity European Growth Fund übergewichtet.
Die aktuelle Gewichtung Deutschlands im Portfolio mit 22,1 Prozent (versus 11,8 Prozent im Vergleichsindex) zeigt, wie viele attraktive Investments ich momentan mit Hilfe von Fundamentalanalysen am deutschen Aktienmarkt finde. Mit unserem Bottom-Up-Ansatz entdecken wir zudem auch in anderen europäischen Ländern Firmen, die dank ihrer engen Handelsbeziehungen zu Deutschland vom Wachstum profitieren. Die Niederlande und Österreich sind zwei Beispiele für Staaten, in denen viele Unternehmen mit Firmen in Deutschland zusammenarbeiten, was sie für Anleger potentiell interessant macht."